Große schwedische Studie belegt Wirksamkeit der Papillomvirus-Impfung!

 

Wissenschaftler des Karolinska-Institut in Stockholm konnten aus den Daten eines großen schwedischen Gesundheitsregisters die Wirksamkeit der HPV-Impfung zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs belegen. Sie analysierten Daten von gut 1.6 Mio. Mädchen und Frauen. Mehr als 500.000 erhielten mindestens eine Impfung gegen die Papillomviren.  Diese Gruppe wurde mit 1.145 Mio. Frauen ohne Impfschutz verglichen. Der Schutzeffekt war am größten, wenn die Mädchen vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden. Dann sank die Häufigkeit des Cervix-Ca um 88%. Bislang lagen nur Daten zu Antikörper-Titern, Genitalwarzen und Zelldysplasien aus Cervix-Abstrichen vor, die indirekt für die Wirksamkeit der Impfung sprachen. Nun konnte erstmals an einem sehr großen Kollektiv die hervorragende  Wirksamkeit der Impfung belegt werden. Die Impfung wurde übrigens von dem deutschen Forscher Harald zur Hausen "erfunden" , der für seine Arbeiten zur Genese des Cervix-Ca durch Papillomviren 2008 den Medizin - Nobelpreis erhielt.

Download
Lei et al. HPV Vaccination and the risk of invasive cervical cancer. NEJM 2020
Lei HPV Vaccination and the risk of inva
Adobe Acrobat Dokument 585.2 KB

Impfpflicht gegen Masern ? !

 

In Deutschland, Europa und den USA werden wieder vermehrt Masernfälle registriert.

 

 

Gesundheitsminister Spahn und andere Politiker fordern daher eine Impflicht für Masern und wollen diese bis Anfang 2020 umsetzen. Ist das Aktionismus? Gibt es wissenschaftliche Belege für die Sicherheit und Effektivität der Impfung? Nützt die Impfpflicht?

 

 

Masern werden durch feinste Tröpfen in der Atemluft übertragen, die mehr als 2 Stunden in die Umgebungsluft virulent bleiben. Kontaktpersonen erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% und geben die Erkrankung durchschnittlich an 9 bis 18 Personen weiter.

Vor der Einführung der Masernimpfung verstarben jährlich zwischen 2 und 3 Mio. Menschen an Masern. Noch heute versterben weltweit mehr als 100.000 !

 

Darüber hinaus gibt es nach Masern schwere Komplikationen. Die Erkrankung bewirkt eine vermehrte Anfälligkeit für bakterielle Infektionen. Dies sind z.B. schwere Mittelohreiterungen, Lungenentzündungen, welche die Haupttodesursache nach Masern darstellen oder eine spezielle Augenerkrankung die Keratokonjunktivitis, die zur Erblindung führen kann.

 

Etwa 1 von 1000 Masernkranken erkrankt in Folge der Infektion an einer Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis), die Mortalität ist hoch, sie führt außerdem oft zu schweren und dauerhaften neurologische Schäden. Einer von 10.000 Erkrankten verstirbt noch Jahre später an der SSPE, der Subakuten Sklerosierenden Pan-Enzephalitis.

Masern können sicher verhindert und eliminiert werden. Die Impfung ist hocheffektiv und Nebenwirkungsarm. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schwellungen am Injektionsort und Fieber. 5% entwickeln einen harmlosen Ausschlag. Seltene Nebenwirkungen sind Fieberkrämpfe oder eine harmloser leichter Abfall der Zahl der Blutplättchen. Eine Hirnentzündung wurde nur bei Kindern beobachtet, die trotz einer Immunschwäche versehentlich geimpft wurden.

 

Autismus wird NICHT durch die Impfung ausgelöst. Dies ist wissenschaftlich sicher belegt!

 

Durch die Impfung können Masern sicher verhindert werden. Die Impfung ist hocheffektiv. Bei einer Impfrate von 93%-95% kann sich eine eingeschleppte Infektion nicht verbreiten, es entsteht eine sogenannte „Herdenimmunität“. Sie schützt geschwächte Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen (bei angeborener oder erworbener Immunschwäche) oder auch Krebskranke, Patienten die wegen Rheuma oder anderer Erkranken mit Immunsuppressiva behandelt werden.

Alles spricht für eine Impfung gegen Masern. Doch brauchen wir eine Impfpflicht?

 

Dies ist eine schwierige ethische Entscheidung. Das Grundgesetzt und höchstrichterliche Urteile erlauben grundsätzlich eine Impfpflicht (siehe Pockenimpfung). Die Frage ist, ob die Verhältnismäßigkeit beim Schutz der Allgemeinheit gegenüber den Rechten des Einzelnen gewahrt bleibt, wenn es um die Masernimpfung geht? Der Deutsche Ethikrat sieht die Einführung einer Impfpfllicht jedenfalls kritisch.

 

Wie würde der BGH entscheiden? Bei Einführung der Impfpflicht ist eine Klage vorprogrammiert!

Auch stellt sich die Frage nach der Gleichbehandlung wenn es um die angedrohte Geldstrafe von € 2500 geht. Ein Gutverdiener kann sich die Geldstrafe leisten, der Hartz IV-Empfänger nicht. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass hunderttausende nach 1970 geborene Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz sind. Daher stellen Epidemiologen die Effektivität der Impfpflicht für Kinder und für einen ausgewählten Personenkreis in Frage, wenn nicht auch alle ungenügend geschützten Erwachsenen nachgeimpft werden.

 

Impfpflicht hin oder her. Kommen Sie Herrn Spahn zuvor! Lassen Sie ihr Kind impfen und ihren eigenen Impfpass auf Lücken checken!

 

 Lesen Sie mehr im aktuellen Arzneitelegramm (PDF - Download)

 

Glyphosat-Belastung von Impfstoffen – Fake oder Fakt?

Im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs über Impfungen wurde ich mit der Frage zur Glyphosat-Belastung von Impfstoffen konfrontiert. Ein Vater sagte, im Herstellungsprozess käme es über Hühnerembryonen  zu einer erheblichen Kontamination. Die Belastung sei nachgewiesen. Daher müsse man die Sicherheit der Impfstoffe in Frage stellen.

 

Da ich In einer kurzen Literaturrecherche keine wissenschaftlich fundierten Daten, sondern nur Beiträge in „Impf-Foren“ fand, habe ich eine Anfrage an das unabhängige und pharmakritische „Arznei-Telegramm®“ gestellt.

Hier die Antwort der wissenschaftlichen Redaktion:

 

Sehr geehrter Herr Prof. SCHIFFMANN,

bei einer kurzen Internetrecherche bin ich auf zwei Quellen gestoßen, in denen selbst erhobene Daten zu Glyphosat in Impfstoffen angeführt werden. Es handelt sich dabei einerseits um eine Untersuchung, die von der US-amerikanischen Bewegung „Moms across America“ in Auftrag gegeben wurde und in der Spuren von Glyphosat in allen fünf geprüften Impfstoffen (gegen Influenza, Masern/Mumps/Röteln, Pneumokokken, Hepatitis B und  Tetanus/Diphtherie/Pertussis) nachgewiesen wurden (1). In der Folge hat eine an dem Untersuchungsbericht beteiligte Wissenschaftlerin, S. SENEFF, als Co-Autorin Ergebnisse ihrer eigenen Überprüfung von 19 Impfstoffen veröffentlicht (2). Auch in dieser Arbeit wird über den Nachweis von Glyphosat bei der Mehrzahl der untersuchten Chargen berichtet. Der Stoffmengenanteil wird in beiden Untersuchungen für die einzelnen Impfstoffe mit < 1 ppb, also unter 1 µg/kg angegeben, außer bei den geprüften MMR-Vakzinen/-Chargen, in denen 2,67 bis 3,74 ppb nachgewiesen werden (1,2).

 

Wie valide die erhobenen Daten sind, lässt sich für uns schwer beurteilen.

 

Der Glyphosat-Hersteller Monsanto behauptet, dass das in beiden Untersuchungen angewendete Verfahren ELISA nach Experteneinschätzungen für die Messung von Substanzen, die nur in sehr geringen Mengen vorliegen, zu ungenau sei (3). Auch „Moms across America“ räumt ein, dass weitere Überprüfungen nötig seien (1). Andererseits halten wir es aufgrund des verbreiteten Einsatzes von Glyphosat und dessen Aufnahme über die Nahrungskette durchaus für denkbar, dass Spuren davon auch in Impfstoffen enthalten sein könnten. Die Autoren der zweiten Untersuchung erwähnen als mögliche Quelle neben Hühnerembryonen und Rinderserum vor allem Gelatine (2). An der Nutzen-Schaden-Bilanz der „betroffenen“ Impfstoffe ändert sich dadurch unseres Erachtens jedoch nichts.

Bei einer orientierenden Datenbankrecherche (PubMed) finden wir keine Arbeiten, die sich mit dem Thema Glyphosat in Impfstoffen befassen (die Zeitschrift von (2) ist dort nicht gelistet). Die beiden Wissenschaftler, die die zweite beschriebene Untersuchung veröffentlicht haben, sind in der Vergangenheit jedoch bereits durch eine Reihe von Veröffentlichungen zu den negativen Auswirkungen von Glyphosat aufgefallen, in denen der Stoff nicht nur mit Krebs, sondern auch mit vielen anderen Erkrankungen, beispielsweise Multipler Sklerose, Asthma bronchiale und Diabetes mellitus, in Verbindung gebracht wird, und werden für ihre wissenschaftliche Herangehensweise kritisiert (4). Auch in ihrer Arbeit zu Glyphosat in Impfstoffen fallen fragwürdige Aussagen auf, beispielsweise, dass Autismus als Autoimmunerkrankung gilt. Passend dazu wird über den Fund von Glyphosat in einzelnen Impfstoffen eine Brücke geschlagen zu der alt bekannten – und längst widerlegten – These einer angeblichen Auslösung von Autismus durch den Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff. Unten stehend finden Sie einen Link zu allen zitierten Quellen, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

Mit freundlichen Grüßen

S. SCHENK (Ärztin)

Redaktion arznei-telegramm®

Literaturnachweis

 

1             Moms Across America: Glyphosate in Vaccines Report; 5. Sept. 2016;

 

https://d3n8a8pro7vhmx.cloudfront.net/yesmaam/pages/1707/attachments/original/1473130173FullGlyphosateinVaccinesReport_(6).pdf?1473130173

 

2             SAMSEL, A., SENEFF, S.: J. Biol. Phys. Chem. 2017; 17: 8-32;

 

http://www.amsi.ge/jbpc/11717/25SA16A.pdf

 

3             Monsanto: Ist in unseren Impfstoffen Glyphosat? Zugriff vom 25.  Sept. 2018;

 

https://glyphosateinfo.monsanto.com/de/ist-unseren-impfstoffen-glyphosat/

 

4             MESNAGE, R., ANTONIOU, M.N.: Front. Public Health 2017; 5: 316 (7

 

Seiten); https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2017.00316/full

 

 

Quintessenz?

Die Kontamination von Impfstoffen mit Glyphosat ist bislang nicht wissenschaftlich bewiesen. Publiziert sind lediglich zwei Untersuchungen, allerdings in Zeitschriften ohne das wissenschaftlich übliche "peer-review"-Verfahren. Die verwendete „ELISA“-Methode (enzymgekoppelter Immunadsorptionstest) ist ungeeignet die extrem niedrigen Konzentrationen valide zu messen. Es kann dabei zu „Verwechselungen“ von Substanzen kommen, so dass falsch positive Befunde vorgetäuscht werden.

Geeignet wären Gaschromatographie oder  Massenspektrometrie.  Diese extrem genauen aber aufwendigen und teuren Methoden wurden aber nicht eingesetzt.

In der EU wurde die Konzentrationsgrenze für Glyphosat bei Menschen auf 0,5 Teile pro Million (ppm) festgelegt. Auf Grundlage der winzigen Mengen, in denen Glyphosat manchmal in Nahrungsmitteln vorkommt, müsste eine Person unglaubliche Mengen konsumieren, um dadurch potenziell gefährdet zu sein. Selbst wenn  Glykosat in der tausendfach geringeren Mengen von 1-4 ppb (1 Molekül pro 1 Milliarde Moleküle) im Impfstoffen enthalten wäre, würde dies keine gesundheitliche Gefährdung bedeuten.

 

Daher auch die Schlussfolgerung des Arznei-Telegramms: „An der Nutzen-Schaden-Bilanz der „betroffenen“ Impfstoffe ändert sich dadurch unseres Erachtens jedoch nichts.“

 

Husten bei einem Infekt der oberen Atemwege: Was ist besser als Honig?

 

In den Wintermonaten sind Husten und Schnupfen für viele Kinder (und Erwachsene) ständiger Begleiter. Die an sich harmlosen viralen Infekte „nerven“. Vor allem die Hustenanfälle stören die Nachtruhe. Die Symptome klingen in der Regel nach 5-7 Tagen ab. Reagiert das Bronchialsystem sensibel auf Infektreize, kann der Husten auch mal deutlich länger anhalten. Darüber hinaus bringen Krippe-, Kindergarten- und Schule rasch den nächsten Infekt, manchmal noch bevor der erste ganz abgeklungen ist.

 

Häufig wird bei diesen viralen Infekten versucht den quälenden Husten mit pflanzlichen Hustensäften, „Schleimlösern“ oder Hausmitteln zu behandeln. Viele dieser Präparate sind nicht rezeptpflichtig und können so in den Apotheken frei, als sogenannte „Over the Counter“-Ware (OTC) verkauft werden. Der Umsatz nicht verordneter OTC – Ware liegt in Deutschland bei 5 Milliarden Euro! Stellt sich die Frage nach dem Nutzen dieser Präparate?

 

In der amerikanischen Fachzeitschrift „Chest“ Malesker MA et al. Chest 2017; 152(5):1021-1037 wurde hierzu die Analyse von Experten veröffentlicht. Untersuchungen an mehr als 6500 Patienten (Erwachsene und Kinder) wurden ausgewertet. Die Experten versuchten u.a. die folgenden Fragen zu beantworten.

 

Verkürzen „Schleimlöser“ die Dauer des Hustens?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Dauer des Hustens mit oder ohne diese Medikation etwa eine Woche beträgt. Es wird keine Indikation für „Hustenlöser“ gesehen.

 

Nützen Kombinationspräparate?

Dies betrifft vor allem die von Erwachsenen verwendeten Präparate wie z.B. „Wick Medinait©“. Auch für diese Gruppe ist ein Nutzen nicht belegt.

 

Was bringen Ibuprofen und andere schmerz- und entzündungshemmende Präparate?

Sie können das Allgemeinbefinden bessern, verkürzen aber nicht die Hustendauer.

Was hilft gegen Reizhusten?

Bei Kindern kann Honig den Hustenreiz reduzieren. Das Hausmittel ist in etwa ähnlich gut wirksam wie sog. „Hustenstiller“. Diese können allerdings kleinen Kindern oder Säuglingen auf Grund von Nebenwirkungen und Zulassungsbeschränkungen nur eingeschränkt verordnet werden! Allerdings sollte Honig vor dem 1. Geburtstag ebenfalls nicht gegeben werden! Codein-Präparate sind zwar ab dem Alter von 4 Jahren zugelassen, auf Grund einer möglichen atemdepressiven Wirkung werden sie aber nur für ältere Kinder ab ca. 12 Jahre empfohlen.

 

Verkürzen Hustenstiller und Schleimlöser die Dauer des Hustens?

Nein! Die Qualität der Studien war zu dieser Fragestellung insgesamt schlecht. Für Kinder konnte kein positiver Effekt gezeigt werden.

 

Quintessenz?

Trotz aller Fortschritte in der Medizin: Eine „Erkältung“ dauert mit Medikamenten eine Woche und ohne Medikation 7 Tage. Frei verkäufliche sog. OTC-Präparate ändern am Verlauf oder der Symptomatik nichts. Hustenstiller und fiebersenkende Mittel können für alle Beteiligten die Situation erleichtern, eine raschere Heilung ist aber nicht zu erwarten.

 

 

Daumenlutschen und Nägel-Kauen senkt das Risiko für Atopisches Ekzem!

Daumenlutschen und Nägelkauen zählen zu den Angewohnheiten, die von den meisten Eltern nicht gern gesehen werden. Studien nennen Häufigkeiten von bis zu 30% bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern. Daumenlutschen wird mit Zahnfehlstellungen in Verbindung gebracht, beides kann Infektionen an Mund oder Fingern auslösen. Obgleich vielfältige Versuche unternommen werden, ist diese „schlechte Gewohnheit“ nur schwer zu unterbinden. Beruhigend zu wissen, dass Daumenlutschen und Nägelkauen auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder haben können. In einer Studie aus Neuseeland (Lynch et al. Pediatrics Jul 2016, e20160443; DOI: 10.1542/peds.2016-0443) wurden mehr als 1000 Kinder und Erwachsene untersucht, die im Alter von 1 Jahr bis 11 Jahren am Daumen lutschen oder Nägel kauten. Im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv hatten sie hatten ein um 30 - 40 % niedrigeres Risiko an einer Neurodermitis zu erkranken. Am geringsten war die Wahrscheinlichkeit, wenn Daumenlutschen und Nägelkauen zusammentrafen. Asthma und Heuschnupfen blieben hingegen unbeeinflusst.

 

Lagebedingte Schädelasymmetrie („Schiefer Kopf“)

 

 Abwarten – Physiotherapie – Helm: Was ist bewiesen?

Zur Prävention des „plötzlichen Kindstods“ sollen Säuglinge in Rückenlage schlafen. Diese wichtige Maßnahme hat die Häufigkeit des Kindstods drastisch reduziert. Als Folge der konsequenten Rückenlage sieht man in der Säuglingszeit häufiger Schädelverformungen. Der Hinterkopf flacht ab (Brachycephalus) oder es entsteht durch eine Seitenbetonung ein „schiefer“ Hinterkopf (Plagiocephalus).

 

 Diese Schädelverformungen sind rein kosmetisch und führen nicht zu einer Entwicklungsstörung!

Wichtig ist es, krankhafte Veränderungen die ebenfalls zu einer Verformung des Schädels führen auszuschließen. Hierzu zählen u.a. die vorzeitige Verknöcherung der Schädelnähte (Nahtsynostosen), ein Schiefhals (Torticollis), Veränderungen am Hirnstamm (Arnold-Chiari-Malformation) oder eine Skoliose.

 

Wie ist der natürliche Verlauf der lagebedingten Schädelasymmetrie?

In der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle verschwindet die Asymmetrie von selbst (Singh, Wacogne ADC 2008). Interessanterweise gibt es zu der Helmtherapie nur sehr wenige gute kontrollierte Studien. Die einzige randomisierte und in der Outcome-Analyse verblindete Studie wurde in den Niederlanden an 84 Kindern mit mittleren oder schweren Asymmetrien durchgeführt (van Wijk et al. BMJ 2014). Es konnte kein positiver Effekt der Helmtherapie gezeigt werden. Positive Einschätzungen der Helmtherapie kommen überwiegend aus neurochirurgischen Kliniken oder von Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Sie beruhen allerdings meist auf subjektive persönliche Einschätzungen oder Kohortenstudien, als auf kontrollierte randomisierte Untersuchungen (Eberle PRSJ 2015 (Abstract), Wilbrand et al. 2015, Carter ADC 2008).

 

Interessant ist in dieser Hinsicht auch ein interkultureller Vergleich. In Kulturen, die ihre Kinder traditionell in Rückenlage schlafen lassen (Ostasien, Naher Osten) ist der Anteil von bleibenden Schädelasymmetrien nicht erhöht (Gill und Walsh ADC 2008).

 

Nebenwirkungen einer Helmtherapie sind häufig, aber selten dauerhaft (Hautschäden in ca. 30%, Schwitzen über 50%). Etwa ein Viertel unterbrachen die Helmtherapie,  5% beendeten sie vorzeitig (Kluba et al. Int. J Oral Maxillofac Surg 2015). Immerhin gaben bis zu 30% der Eltern Schmerzen bei ihren Kindern an, mehr als drei Viertel bedauerten die Einschränkungen beim „Kuscheln“ (Van Wijk 2014).

 

 Was tun?

Krankhafte Veränderungen sind durch klinische Untersuchung des Kindes und durch einen Ultraschall des Schädels und der Schädelnähte auszuschließen (s.o.). Präventive Maßnahmen können helfen! In einer kontrollierten und randomisierten finnischen Studie mit 111 Kindern konnte die Häufigkeit und Schwere von Schädelasymmetrien mit einfachen Maßnahmen reduziert werden (Aarnivala et al. Eur J Pediatr 2015):

 

 

Vorbeugende Maßnahmen!

Schlafen: In Rückenlage, falls der Kopf immer zur gleichen Seite liegt, den Kopf gleichmäßig zu beiden Seiten platzieren. Bettchen so stellen, dass Stimuli wie Licht und Geräusche von allen Seiten kommen oder das Bett regelmäßig drehen

 

Füttern: Stillen und Flaschengabe in wechselnden Positionen

 

Bauchlagen-Zeit („tummy-time“):  Langsam auf 15-30 min. pro Tag steigern. Nur unter Beobachtung!

 

Baby-Schaukeln oder – Liegen, Autositze so kurz wie möglich.

 

Quintessenz?

Die lagebedingte Schädelasymmetrie oder „Flache Hinterkopf“ ist fast immer harmlos, rein kosmetisch und verschwindet meist von selbst. Vorbeugen kann helfen. Physiotherapie kann nach kinderärztlicher Untersuchung sinnvoll sein. Eine Helmtherapie ist nur ausnahmeweise angezeigt.

 

 

RSV - Bronchiolitis - Atemwegsvirus betrifft vor allem junge Säuglinge!

Aktuell häufen sich Fälle von schweren Atemwegsinfekten bei Säuglingen und Kleinkindern durch das RS-Virus (Respiratory Syncytial Virus). Es befällt die kleinen Atemwege und führt zur Luftnot, Hustenattacken und vermehrter Sekretion in den Atemwegen und der Nase. Die Kinder sind teilweise stark beeinträchtigt, trinken schlecht, sind extrem unruhig und benötigen öfter zusätzlichen Sauerstoff in der Einatemluft. In schweren Fällen kann ein Atemstillständ auftreten.

 

Was ist zu tun?

 

Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat 2015 die Leitlinien zum Management von RSV-Infektionen aktualisiert (unten nachzulesen):

  • Die Diagnose wird klinisch gestellt, ein Röntgenbild ist in der Regel nicht erforderlich.
  • Ein Schnelltest aus Nasensekret bestätigt den Verdacht.
  • Die Messung der Sauerstoff-Sättigung über die Haut hilft die Schwere der Erkrankung einzuschätzen. Sie sollte 92% nicht dauerhaft unterschreiten.
  • Bei Trinkverweigerung benötigen manche Kinder eine Magensonde oder Infusion.
  • Medikamente sind ohne Nutzen! Inhalation mit bronchialerweiterender Medikation, mit konzentrierter Kochsalzlösung, die Gabe von Kortison oder Antibiotika sind ohne Effekt.
  • Die einzig sinnvolle Maßnahme ist Sauerstoffzufuhr (falls nötig).

Da die Therapiemöglichekeiten stark beschränkt sind, hat die Prävention einen hohen Stellenwert.

  • Konsequentes und häufiges Hände waschen!
  • Kontakt vermeiden! Säuglinge und Kleinkinder sollten offensichtlich fiebernde oder hustende Personen strikt meiden.
    Dies gilt besonders für ehemalige Frühgeborene und grundsätzlich für Säuglinge unter 2 Monaten
  • Bad- und Küchenflächen sauber halten, Spielzeug abwaschen
  • Benutzte Taschentücher rasch entsorgen
  • Geschirr insbesondere Trinkbecher nicht gemeinsam nutzen.
  • NICHT RAUCHEN !

 

RSV – Prophylaxe mit Palivizumab (Synagis®)

Bereits 2014 hat die American Academy of Pediatrics (AAP) ihre Empfehlungen zur Prophylaxe der RSV-Bronchiolitis mit Palivizumab deutlich eingeschränkt (Pediatrics 2014; 134(5), www.pediatrics. org/ cgi/ content/ full/ 134/ 5/e1474). Demnach brauchen gesunde Frühgeborene, die in der 29. Schwangerschaftswoche (SSW) oder später geboren wurden keine Prophylaxe erhalten. Der Kreis der zu impfenden Kinder beschränkt sich auf Frühgeborene kleiner der 29. SSW, sowie Kinder mit chronischen Erkrankungen, insbesondere der bronchopulmonalen Dysplasie (BPD) oder schweren angeborenen Herzfehlern. Unterstützung finden die Empfehlungen durch eine Studie von Farber et al. (Pediatrics. 2016;138(2):e20160627), die an 9 ambulanten Versorgungszentren in Texas (USA) die Effektivität der Immunprophylaxe untersuchten. Über die Jahre 2012 bis 2014 wurden 2031 Frühgeborene der 29.-32.SSW  betreut, von denen 41.5% mindestens eine Dosis Palivizumab erhielten. 12066 Kinder waren zwischen der 33. und 36. SSW  geboren worden, von ihnen erhielten 3.7% die Prophylaxe. Bei den jüngeren Kindern war die Prophylaxe mit einer geringen stationären Behandlungsrate wg. RSV-Bronchiolitis assoziert (3.1% vs. 5.0%, P=0.04). Allerdings mussten mehr Kinder wegen Bronchiolitis verursacht durch andere Viren stationär aufgenommen werden (3.3% vs. 1.9%, P=0.05). Damit unterschied sich die Hospitalisierungsrate insgesamt nicht. Bei den älteren Kindern gab es gar keine Unterschiede bei der Hospitalisierungsrate. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sind die insgesamt deutlich weiter gefassten Empfehlungen der hiesigen Fachgesellschaften aus 2012 zu hinterfragen. Auch weil die Immunprophylaxe nicht völlig ohne Nebenwirkungen ist. Darüber hinaus sind die bis zu 5 Injektionen im monatlichen Abstand, zusätzlich zu den Standardimpfungen, für die Kinder doch recht belastend. Zudem müssen bis zu € 10.000 für die Prophylaxe veranschlagt werden.

 

28.2.2016   Stillen senkt das Leukämierisiko um bis zu 20%!

In einer Meta-Analyse in JAMA Pediatrics zur Inzidenz von Leukämie im Kindesalter konnten Amitay und Keinan-Boker von der Universität Haifa einen positiven Einfluß des Stillens nachweisen. Sie analysierten und fassten die Daten aus 17 Studien mit 9650 Leukämieerkrankungen und 16526 Kontrollpatienten zusammen. Wurden die Kinder mehr als 6 Monaten gestillt war die Leukämierate (abhängig vom Vergleichskollektiv) um 14% bis 20% niedriger als bei nicht oder kurz gestillten Kindern. Die Datenqualität der Meta-Analyse ist hoch, auch wurden nur Studien aus entwickelten Ländern eingeschlossen. Als Ursache für den positiven Effekt des Stillens wird ein günstiger Einfluß auf die mikrobielle Besiedlung des Darms vermutet. Letztlich kann so durch eine sehr einfache und kostengünstige Maßnahme viel für die Gesundheit der Kinder erreicht werden.

 

 

25.2.2106   Wieviel Sauerstoff brauchen Frühgeborene? In der Behandlung sehr unreifer Frühgeborener unter der 28. Gestationswoche veringern höhere Sauerstoffwerte die Sterblichkeit und senken die Zahl der behinderten Kinder im Alter von 2 Jahren. Eine Arbeit im New England Journal of Medicine (N Engl J Med 2016;374:749-60) analysierte die Daten von mehr als 2000 Kindern die in zwei Studien in Englang und Australien behandelt wurden. Erst die Analyse der gepoolten Daten beider Studien hatte gegügend "power" und zeigte die Überlegenheit höherer Zielwerte (91-95%) gegenüber den niederigeren SO2-Werten (85-89%). Bislang lag der Zielbereich der Sauerstoffsättigung bei Werten um 85-90%, da hier durch die Rate der Sehstörungen niederiger war und die Datenlage bislang keinen negativen Einfluß dieser Werte auf andere Outcomeparameter beschrieb. Die neue Studie belegt die Überlegenheit höherer Werte. Allerdings wird man besonderen Wert auf  engmaschige und kompetente augenärztliche Untersuchungen legen, um schwere Frühgeborenen-Retinopathien nicht zu übersehen.

 

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auf Sinupret - Zubereitungen

Im aktuellen Arzneimittetl-Telegramm (a-t 2016; 47: 109) wird über z.T. schwere Nebenwirkungen nach Einnahme von SINUPRET® (Auszug aus Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holuder- und Schlüsselblumenblüten) berichtet.

Es scheinen vorallem Patienten mit vorbestehenden Atemwegserkrankungen betroffen zu sein. So entwickelte eine Patientin kurz nach Einnahme eine schwere Luftnot und Panik, eine andere erlitt einen sog. "Status asthmatikus".  Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dokumentiert aktuell 276 Verdachtsberichte zu Störeffekten von
SINUPRET-Zubereitungen, 131 davon mit Zeichen von Überempfindlichkeit. 100 Berichte betreffen die Haut
und das Unterhautgewebe, 35 Schwellungen in Gesicht und Halsbereich bzw. Angioödeme. Bei 25 Patienten
trat Luftnot bis hin zum Status asthmaticus auf. Wie auch für fast alle anderen pflanzlichen Präparate ist der Nutzen der Sinupret-Einnahme nicht belegt (a-t 2012; 43: 22-3). Methodisch einwandfreie Studien zur Wirksamkeit liegen nicht vor. Durch Verzicht auf die Einnahmen können zumindest schwere Nebenwirkungen vermieden werden.

25.1.2016   Winterzeit ist Infektzeit!!! Insbesondere Virusinfektionen haben jetzt Hochsaison. Doch völlig hilflos sind Kinder und Eltern nicht den Infektionen ausgeliefert. Die Richtlinien zur Behandlung und Prävention der RSV - Infektionen, insbesondere die Bedeutung einfacher häuslicher Präventionsmaßnahmen wurden in der aktuellen Ausgabe von "Archives Diseases in Childhood" von Caldwell und Townsend noch einmal zusammengefaßt (Arch Dis Child Educ Pract Ed 2016; 101: 38-42). Hier die wichtigsten Punkte, die natürlich auch für andere Virusinfekte gelten:

  • Häufig Händewaschen, vorallem vor Kontakt mit dem Baby. Wichtig: Auch die Geschwister!
  • Offensichtlich erkrankte Personen (Fieber, Husten, Schnupfen) meiden. Dies gilt vorallem für Frühgeborene und junge Säuglinge
  • Sauberkeit! Dies ist Banal: Küchenanrichten und Badflächen häufig säubern. Gebrauchte Papiertaschentücher sofort entsorgen.
  • Spielsachen säubern.
  • Gläser und Tassen nicht gemeinsam nutzen.
  • Nicht Rauchen! Auch banal! Kein Tabakkonsum in Wohnung oder Auto.

"Bedsharing"für Baby´s: Kann oder sollte das Baby sogar im Bett der Mutter schlafen?

Ein Editorial in Acta Paediatrica provoziert mit dem Statement: "There is no such thing as infant sleep, there is no such thing as breastfeeding, there is only breastsleeping"! (McKenna, Gettler Acta Paediatrica, 2016, DOI:10.1111/apa.13161)   Sollen Baby´s also im Bett der Mutter schlafen, um sich optimal entwickeln zu können? Ist nur so die beste Atmosphäre für Stillen gegeben? Das Statement der Autoren ruft den heftigen Protest anderer Experten hervor (Wennergren Acta Paediatrica, 2016, DOI:10.1111/apa.13250) . Auch im Update der Schwedischen Leitlinien zur Kindstod-Prävention findet sich ein klares Statement gegen Bed-Sharing (Acta Paediatrica 2015, DOI:10.1111/apa.12966). Möllborg et al. (Acta Paediatr 2015; 104: 777–83)  konnten genauso wie Carpenter et al. (BMJ Open 2013; 3: e002299)  in aktuellen Analysen zeigen, dass Bed-Sharing ein unabhängiger Risikofaktor für den Kindstod ist. 

Es bleibt also bei den folgenden  Empfehlungen zur Vorbeugung des "Plötzlichen Kindstod":

1. Rückenlage

2. Rauchfreie Umgebung und Rauchverbot für die schwangere und stillende Mutter

3. Schlafsack, keine Decken oder andere Überdeckungen, nicht zu warme Schlafumgebung

4. Schlafen im eigenen Bettchen im Raum der Eltern (zurücklegen nach dem Stillen!)

5. Stillen, sofern möglich

6. Schnuller zum Einschlafen, sofern das Baby möchte

 

 

EOSINOPHILE ÖSOPHAGITIS

Ernährungsprobleme sind öfter einmal Anlass für die Vorstellung beim Kinderarzt. In vielen Fällen handelt es sich um harmlose Episoden, gelegentlich steckt jedoch eine "Eosinophile Ösophagitis" dahinter. Mit einer Prävalenz von 0.4% ist diese Diagnose relativ selten, wird aber zunehmend öfter diagnostiziert. Bei kleineren Kindern sind die Symptome unspezifisch, es finden sich "Fütterungsschwierigkeiten", Übelkeit, Erbrechen, "Herzstechen" oder Appetitlosigkeit. Bei Jugendlichen stehen Dysphagie, Globusgefühl und Schluckbeschwerden mit Hochwürgen von Nahrungsstücken im Vordergrund. Die Vorgeschichte ist oft lang. Die Kinder haben Strategien entwickelt die Schluckbeschwerden zu coupieren. Sie essen sehr langsam, schneiden sehr kleine Stücke, nutzen viel Soße zur Lubrikation, trinken viel zu Essen und vermeiden Tabletten und  "größere" Nahrungsmittel. Diagnostiziert wird die Erkrankung endoskopisch und mittels Biopsie. Eine Refluxkrankheit (GERD) ist auszuschließen. Zur Behandlung kommen Diät, Protonenpumpen - Blocker und topische Glukokortikoide in Frage.

Eine ausgezeichnete Übersicht zu dieser noch relativen "jungen Diagnose" findet sich im aktuellen New England Journal of Medicine. Mehr lesen...

 

Große australische Studie verneint signifikanten Einfluß des Geburtsmodus (Kaiserschnitt - natürliche Entbindung) auf die Gesundheit von Kindern. In einer großen prospektiven Längsschnittuntersuchung an mehr als 5000 Kindern über einen Zeitraum von 9 Jahren wurde der Effekt des Entbindungsmodus auf die Gesundheit der Kinder analysiert. Weder für Asthma noch für Übergewicht (BMI) konnte ein signifikanter Einfluß des Entbindungsmodus gezeigt werden. Mehr lesen...

 

 Invaginationen nach Rotavirus-Impfung

 Die französische Arzneimittelbehörde ANSM hat nach dem vermehrten Auftreten von Invaginationen ihre Impfempfehlung zurückgezogen. Die Effektivität der Impfung ist unumstritten. Nach einer im Rahmen der Entscheidungsfindung der STIKO durchgeführten Metaanalyse von fünf randomisierten plazebokontrollierten Studien werden innerhalb der ersten zwei Jahre nach Immunisierung schwere Rotavirus-Gastroenteritiden um 91% vermindert (Relative Risikoreduktion [RRR] 91%; 95% Konfidenzintervall [CI] 82-95) und deswegen erforderliche Hospitalisierungen um 92% (RRR 92%; 95% CI 82-96). Jetzt hatten in Frankreich allerdings 47 Säuglinge innerhalb von 30 Tagen nach der Schluckimpfung eine Invagination entwickelt. 2 Kinder verstarben. 14 benötigten einen chirurgischen Eingriff, 3 davon eine Darmteilresektion, 2 mussten reanimiert werden.Bei einer Hintergrundinzidenz von 30-100 Invaginationen muss durch die Impfung mit 6 zusätzlichen Fällen gerechnet werden. Das Paul-Ehrlich-Institut fordert eine umfassende Aufklärung der Eltern zu der Invaginationsproblematik. Mehr unter:  http://www.arznei-telegramm.de/html/2015_05/1505049_01.html

 

 

Das komplette Fehlen von Teilen des Hirnstamms (Brainstem dissconection) ist in der Regel nicht mit dem Leben vereinbar.Poretti et al. berichten über zwei Fälle, ein Kind wurde primär von uns betreut, und geben einen Überblick über die aktuelle Literatur. Mehr lesen...

 

Brainstem Disconnection: Two Additional Patients and Expansion of the Phenotype
Andrea Poretti, Jonas Denecke, Douglas C. Miller. Holger Schiffmann. Jan Hendrik Buhk, Dorothy K. Grange, Dan Doherty, Eugen Boltshauser.

 

Brainstem disconnection (BD) is a rare posterior fossa abnormality defined by the nearly
complete absence of a brainstem segment with the rostral and caudal brainstem
portions connected only by a thin cord of tissue. The outcome is poor and the majority
of children die within the first 2 months of life without achieving developmental
milestones. We report on the cases of two children with BD and a prolonged
spontaneous survival. Neither patient required intubation or mechanical ventilation and each survived longer than 2 months (one child died at the age of 8 months, the
other is alive at the age of 4.5 years). In addition, patient 1 is the only child with BD
reported so far who achieved some developmental milestones. Although the long-term
neurodevelopmental outcome of BD remains unfavorable, the expansion of the
phenotypic spectrum may be important in terms of counseling.

Mehr lesen...

 

Tritt nach Tympanostomie und Paukenröhrchenanlage im Verlauf eine unkomplizierte Otorrhoe auf, ist der Einsatz lokaler Antibiotika effektiver und kostengünstiger als die orale Antibiose oder abwartendes Verhalten.

 

Cost-Effectiveness of Treatment of Acute Otorrhea in Children With Tympanostomy Tubes

Thijs M.A. van Dongen, MD, PhD, Anne G.M. Schilder, MD, PhDc, Roderick P. Venekamp, MD, PhDb, G. Ardine de Wit, PhD, Geert J.M.G. van der Heijden, PhD. eFirst:

In einer "Open Label Study" an 230 Kindern mit unkomplizierter Otorrhoe nach Tympanostomie konnten Van Dongen et al. zeigen, dass die lokale Behandlung einer bakteriellen Ohrinfektion mit Otorrhoe effektiver ist als die orale Therapie mit Amoxycillin-Clavulansäure oder abwartendes Verhalten. N Engl J Med. 2014;370(8):723–733. Zwei Wochen nach Therapiebeginn hatten 5% der lokal behandelten Kinder weiterhin eine Otorrhoe, 44% der Kinder mit oraler Antibiose und 55% der Gruppe ohne Intervention. Die Dauer der Otorrhoe betrug in der Gruppe der lokal behandelten Kinder im Median 4 Tage, bei oraler Gabe 5 Tage und 12 Tage bei abwartendem Verhalten. Relevante Nebenwirkungen der Therapie oder andere Komplikationen wie Perichondritis, Mastoiditis oder intracranielle Komplikationen wurden nicht registriert. In der vorliegenden Arbeit wurden nun ökonomische Aspekte der drei Vorgehensweisen beleuchtet. Es zeigte sich, dass die Lokaltherapie deutliche kostengünstiger ist als die anderen Vorgehensweisen. Nicht nur die direkten Therapiekosten sind geringer, sondern insbesondere auch indirekte Kosten, wie Verdienstausfall durch die Notwendigkeit der Kinderbetreuung zu Hause u.a..

Fazit: Die verwendete Tropfen (Hydrocortison-Bacitracin-Colistin) sind in Deutschland in dieser Kombinatione nicht erhältlich. Die Autoren verweisen auf vergleichbare Präparationen, die zu gleichen Ergebnissen führen werden.