Daumenlutschen und Nägel-Kauen senkt das Risiko für Atopisches Ekzem!

Daumenlutschen und Nägelkauen zählen zu den Angewohnheiten, die von den meisten Eltern nicht gern gesehen werden. Studien nennen Häufigkeiten von bis zu 30% bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern. Daumenlutschen wird mit Zahnfehlstellungen in Verbindung gebracht, beides kann Infektionen an Mund oder Fingern auslösen. Obgleich vielfältige Versuche unternommen werden, ist diese „schlechte Gewohnheit“ nur schwer zu unterbinden. Beruhigend zu wissen, dass Daumenlutschen und Nägelkauen auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder haben können. In einer Studie aus Neuseeland (Lynch et al. Pediatrics Jul 2016, e20160443; DOI: 10.1542/peds.2016-0443) wurden mehr als 1000 Kinder und Erwachsene untersucht, die im Alter von 1 Jahr bis 11 Jahren am Daumen lutschen oder Nägel kauten. Im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv hatten sie hatten ein um 30 - 40 % niedrigeres Risiko an einer Neurodermitis zu erkranken. Am geringsten war die Wahrscheinlichkeit, wenn Daumenlutschen und Nägelkauen zusammentrafen. Asthma und Heuschnupfen blieben hingegen unbeeinflusst.

 

Lagebedingte Schädelasymmetrie („Schiefer Kopf“)

 

 Abwarten – Physiotherapie – Helm: Was ist bewiesen?

Zur Prävention des „plötzlichen Kindstods“ sollen Säuglinge in Rückenlage schlafen. Diese wichtige Maßnahme hat die Häufigkeit des Kindstods drastisch reduziert. Als Folge der konsequenten Rückenlage sieht man in der Säuglingszeit häufiger Schädelverformungen. Der Hinterkopf flacht ab (Brachycephalus) oder es entsteht durch eine Seitenbetonung ein „schiefer“ Hinterkopf (Plagiocephalus).

 

 Diese Schädelverformungen sind rein kosmetisch und führen nicht zu einer Entwicklungsstörung!

Wichtig ist es, krankhafte Veränderungen die ebenfalls zu einer Verformung des Schädels führen auszuschließen. Hierzu zählen u.a. die vorzeitige Verknöcherung der Schädelnähte (Nahtsynostosen), ein Schiefhals (Torticollis), Veränderungen am Hirnstamm (Arnold-Chiari-Malformation) oder eine Skoliose.

 

Wie ist der natürliche Verlauf der lagebedingten Schädelasymmetrie?

In der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle verschwindet die Asymmetrie von selbst (Singh, Wacogne ADC 2008). Interessanterweise gibt es zu der Helmtherapie nur sehr wenige gute kontrollierte Studien. Die einzige randomisierte und in der Outcome-Analyse verblindete Studie wurde in den Niederlanden an 84 Kindern mit mittleren oder schweren Asymmetrien durchgeführt (van Wijk et al. BMJ 2014). Es konnte kein positiver Effekt der Helmtherapie gezeigt werden. Positive Einschätzungen der Helmtherapie kommen überwiegend aus neurochirurgischen Kliniken oder von Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Sie beruhen allerdings meist auf subjektive persönliche Einschätzungen oder Kohortenstudien, als auf kontrollierte randomisierte Untersuchungen (Eberle PRSJ 2015 (Abstract), Wilbrand et al. 2015, Carter ADC 2008).

 

Interessant ist in dieser Hinsicht auch ein interkultureller Vergleich. In Kulturen, die ihre Kinder traditionell in Rückenlage schlafen lassen (Ostasien, Naher Osten) ist der Anteil von bleibenden Schädelasymmetrien nicht erhöht (Gill und Walsh ADC 2008).

 

Nebenwirkungen einer Helmtherapie sind häufig, aber selten dauerhaft (Hautschäden in ca. 30%, Schwitzen über 50%). Etwa ein Viertel unterbrachen die Helmtherapie,  5% beendeten sie vorzeitig (Kluba et al. Int. J Oral Maxillofac Surg 2015). Immerhin gaben bis zu 30% der Eltern Schmerzen bei ihren Kindern an, mehr als drei Viertel bedauerten die Einschränkungen beim „Kuscheln“ (Van Wijk 2014).

 

 Was tun?

Krankhafte Veränderungen sind durch klinische Untersuchung des Kindes und durch einen Ultraschall des Schädels und der Schädelnähte auszuschließen (s.o.). Präventive Maßnahmen können helfen! In einer kontrollierten und randomisierten finnischen Studie mit 111 Kindern konnte die Häufigkeit und Schwere von Schädelasymmetrien mit einfachen Maßnahmen reduziert werden (Aarnivala et al. Eur J Pediatr 2015):

 

 

Vorbeugende Maßnahmen!

Schlafen: In Rückenlage, falls der Kopf immer zur gleichen Seite liegt, den Kopf gleichmäßig zu beiden Seiten platzieren. Bettchen so stellen, dass Stimuli wie Licht und Geräusche von allen Seiten kommen oder das Bett regelmäßig drehen

 

Füttern: Stillen und Flaschengabe in wechselnden Positionen

 

Bauchlagen-Zeit („tummy-time“):  Langsam auf 15-30 min. pro Tag steigern. Nur unter Beobachtung!

 

Baby-Schaukeln oder – Liegen, Autositze so kurz wie möglich.

 

Quintessenz?

Die lagebedingte Schädelasymmetrie oder „Flache Hinterkopf“ ist fast immer harmlos, rein kosmetisch und verschwindet meist von selbst. Vorbeugen kann helfen. Physiotherapie kann nach kinderärztlicher Untersuchung sinnvoll sein. Eine Helmtherapie ist nur ausnahmeweise angezeigt.

 

 

RSV – Prophylaxe mit Palivizumab (Synagis®)

Bereits 2014 hat die American Academy of Pediatrics (AAP) ihre Empfehlungen zur Prophylaxe der RSV-Bronchiolitis mit Palivizumab deutlich eingeschränkt (Pediatrics 2014; 134(5), www.pediatrics. org/ cgi/ content/ full/ 134/ 5/e1474). Demnach brauchen gesunde Frühgeborene, die in der 29. Schwangerschaftswoche (SSW) oder später geboren wurden keine Prophylaxe erhalten. Der Kreis der zu impfenden Kinder beschränkt sich auf Frühgeborene kleiner der 29. SSW, sowie Kinder mit chronischen Erkrankungen, insbesondere der bronchopulmonalen Dysplasie (BPD) oder schweren angeborenen Herzfehlern. Unterstützung finden die Empfehlungen durch eine Studie von Farber et al. (Pediatrics. 2016;138(2):e20160627), die an 9 ambulanten Versorgungszentren in Texas (USA) die Effektivität der Immunprophylaxe untersuchten. Über die Jahre 2012 bis 2014 wurden 2031 Frühgeborene der 29.-32.SSW  betreut, von denen 41.5% mindestens eine Dosis Palivizumab erhielten. 12066 Kinder waren zwischen der 33. und 36. SSW  geboren worden, von ihnen erhielten 3.7% die Prophylaxe. Bei den jüngeren Kindern war die Prophylaxe mit einer geringen stationären Behandlungsrate wg. RSV-Bronchiolitis assoziert (3.1% vs. 5.0%, P=0.04). Allerdings mussten mehr Kinder wegen Bronchiolitis verursacht durch andere Viren stationär aufgenommen werden (3.3% vs. 1.9%, P=0.05). Damit unterschied sich die Hospitalisierungsrate insgesamt nicht. Bei den älteren Kindern gab es gar keine Unterschiede bei der Hospitalisierungsrate. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sind die insgesamt deutlich weiter gefassten Empfehlungen der hiesigen Fachgesellschaften aus 2012 zu hinterfragen. Auch weil die Immunprophylaxe nicht völlig ohne Nebenwirkungen ist. Darüber hinaus sind die bis zu 5 Injektionen im monatlichen Abstand, zusätzlich zu den Standardimpfungen, für die Kinder doch recht belastend. Zudem müssen bis zu € 10.000 für die Prophylaxe veranschlagt werden.

 

28.2.2016   Stillen senkt das Leukämierisiko um bis zu 20%!

In einer Meta-Analyse in JAMA Pediatrics zur Inzidenz von Leukämie im Kindesalter konnten Amitay und Keinan-Boker von der Universität Haifa einen positiven Einfluß des Stillens nachweisen. Sie analysierten und fassten die Daten aus 17 Studien mit 9650 Leukämieerkrankungen und 16526 Kontrollpatienten zusammen. Wurden die Kinder mehr als 6 Monaten gestillt war die Leukämierate (abhängig vom Vergleichskollektiv) um 14% bis 20% niedriger als bei nicht oder kurz gestillten Kindern. Die Datenqualität der Meta-Analyse ist hoch, auch wurden nur Studien aus entwickelten Ländern eingeschlossen. Als Ursache für den positiven Effekt des Stillens wird ein günstiger Einfluß auf die mikrobielle Besiedlung des Darms vermutet. Letztlich kann so durch eine sehr einfache und kostengünstige Maßnahme viel für die Gesundheit der Kinder erreicht werden.

 

 

25.2.2106   Wieviel Sauerstoff brauchen Frühgeborene? In der Behandlung sehr unreifer Frühgeborener unter der 28. Gestationswoche veringern höhere Sauerstoffwerte die Sterblichkeit und senken die Zahl der behinderten Kinder im Alter von 2 Jahren. Eine Arbeit im New England Journal of Medicine (N Engl J Med 2016;374:749-60) analysierte die Daten von mehr als 2000 Kindern die in zwei Studien in Englang und Australien behandelt wurden. Erst die Analyse der gepoolten Daten beider Studien hatte gegügend "power" und zeigte die Überlegenheit höherer Zielwerte (91-95%) gegenüber den niederigeren SO2-Werten (85-89%). Bislang lag der Zielbereich der Sauerstoffsättigung bei Werten um 85-90%, da hier durch die Rate der Sehstörungen niederiger war und die Datenlage bislang keinen negativen Einfluß dieser Werte auf andere Outcomeparameter beschrieb. Die neue Studie belegt die Überlegenheit höherer Werte. Allerdings wird man besonderen Wert auf  engmaschige und kompetente augenärztliche Untersuchungen legen, um schwere Frühgeborenen-Retinopathien nicht zu übersehen.

 

25.1.2016   Winterzeit ist Infektzeit!!! Insbesondere Virusinfektionen haben jetzt Hochsaison. Doch völlig hilflos sind Kinder und Eltern nicht den Infektionen ausgeliefert. Die Richtlinien zur Behandlung und Prävention der RSV - Infektionen, insbesondere die Bedeutung einfacher häuslicher Präventionsmaßnahmen wurden in der aktuellen Ausgabe von "Archives Diseases in Childhood" von Caldwell und Townsend noch einmal zusammengefaßt (Arch Dis Child Educ Pract Ed 2016; 101: 38-42). Hier die wichtigsten Punkte, die natürlich auch für andere Virusinfekte gelten:

  • Häufig Händewaschen, vorallem vor Kontakt mit dem Baby. Wichtig: Auch die Geschwister!
  • Offensichtlich erkrankte Personen (Fieber, Husten, Schnupfen) meiden. Dies gilt vorallem für Frühgeborene und junge Säuglinge
  • Sauberkeit! Dies ist Banal: Küchenanrichten und Badflächen häufig säubern. Gebrauchte Papiertaschentücher sofort entsorgen.
  • Spielsachen säubern.
  • Gläser und Tassen nicht gemeinsam nutzen.
  • Nicht Rauchen! Auch banal! Kein Tabakkonsum in Wohnung oder Auto.

"Bedsharing"für Baby´s: Kann oder sollte das Baby sogar im Bett der Mutter schlafen?

Ein Editorial in Acta Paediatrica provoziert mit dem Statement: "There is no such thing as infant sleep, there is no such thing as breastfeeding, there is only breastsleeping"! (McKenna, Gettler Acta Paediatrica, 2016, DOI:10.1111/apa.13161)   Sollen Baby´s also im Bett der Mutter schlafen, um sich optimal entwickeln zu können? Ist nur so die beste Atmosphäre für Stillen gegeben? Das Statement der Autoren ruft den heftigen Protest anderer Experten hervor (Wennergren Acta Paediatrica, 2016, DOI:10.1111/apa.13250) . Auch im Update der Schwedischen Leitlinien zur Kindstod-Prävention findet sich ein klares Statement gegen Bed-Sharing (Acta Paediatrica 2015, DOI:10.1111/apa.12966). Möllborg et al. (Acta Paediatr 2015; 104: 777–83)  konnten genauso wie Carpenter et al. (BMJ Open 2013; 3: e002299)  in aktuellen Analysen zeigen, dass Bed-Sharing ein unabhängiger Risikofaktor für den Kindstod ist. 

Es bleibt also bei den folgenden  Empfehlungen zur Vorbeugung des "Plötzlichen Kindstod":

1. Rückenlage

2. Rauchfreie Umgebung und Rauchverbot für die schwangere und stillende Mutter

3. Schlafsack, keine Decken oder andere Überdeckungen, nicht zu warme Schlafumgebung

4. Schlafen im eigenen Bettchen im Raum der Eltern (zurücklegen nach dem Stillen!)

5. Stillen, sofern möglich

6. Schnuller zum Einschlafen, sofern das Baby möchte

 

 

EOSINOPHILE ÖSOPHAGITIS

Ernährungsprobleme sind öfter einmal Anlass für die Vorstellung beim Kinderarzt. In vielen Fällen handelt es sich um harmlose Episoden, gelegentlich steckt jedoch eine "Eosinophile Ösophagitis" dahinter. Mit einer Prävalenz von 0.4% ist diese Diagnose relativ selten, wird aber zunehmend öfter diagnostiziert. Bei kleineren Kindern sind die Symptome unspezifisch, es finden sich "Fütterungsschwierigkeiten", Übelkeit, Erbrechen, "Herzstechen" oder Appetitlosigkeit. Bei Jugendlichen stehen Dysphagie, Globusgefühl und Schluckbeschwerden mit Hochwürgen von Nahrungsstücken im Vordergrund. Die Vorgeschichte ist oft lang. Die Kinder haben Strategien entwickelt die Schluckbeschwerden zu coupieren. Sie essen sehr langsam, schneiden sehr kleine Stücke, nutzen viel Soße zur Lubrikation, trinken viel zu Essen und vermeiden Tabletten und  "größere" Nahrungsmittel. Diagnostiziert wird die Erkrankung endoskopisch und mittels Biopsie. Eine Refluxkrankheit (GERD) ist auszuschließen. Zur Behandlung kommen Diät, Protonenpumpen - Blocker und topische Glukokortikoide in Frage.

Eine ausgezeichnete Übersicht zu dieser noch relativen "jungen Diagnose" findet sich im aktuellen New England Journal of Medicine. Mehr lesen...

 

Große australische Studie verneint signifikanten Einfluß des Geburtsmodus (Kaiserschnitt - natürliche Entbindung) auf die Gesundheit von Kindern. In einer großen prospektiven Längsschnittuntersuchung an mehr als 5000 Kindern über einen Zeitraum von 9 Jahren wurde der Effekt des Entbindungsmodus auf die Gesundheit der Kinder analysiert. Weder für Asthma noch für Übergewicht (BMI) konnte ein signifikanter Einfluß des Entbindungsmodus gezeigt werden. Mehr lesen...

 

 Invaginationen nach Rotavirus-Impfung

 Die französische Arzneimittelbehörde ANSM hat nach dem vermehrten Auftreten von Invaginationen ihre Impfempfehlung zurückgezogen. Die Effektivität der Impfung ist unumstritten. Nach einer im Rahmen der Entscheidungsfindung der STIKO durchgeführten Metaanalyse von fünf randomisierten plazebokontrollierten Studien werden innerhalb der ersten zwei Jahre nach Immunisierung schwere Rotavirus-Gastroenteritiden um 91% vermindert (Relative Risikoreduktion [RRR] 91%; 95% Konfidenzintervall [CI] 82-95) und deswegen erforderliche Hospitalisierungen um 92% (RRR 92%; 95% CI 82-96). Jetzt hatten in Frankreich allerdings 47 Säuglinge innerhalb von 30 Tagen nach der Schluckimpfung eine Invagination entwickelt. 2 Kinder verstarben. 14 benötigten einen chirurgischen Eingriff, 3 davon eine Darmteilresektion, 2 mussten reanimiert werden.Bei einer Hintergrundinzidenz von 30-100 Invaginationen muss durch die Impfung mit 6 zusätzlichen Fällen gerechnet werden. Das Paul-Ehrlich-Institut fordert eine umfassende Aufklärung der Eltern zu der Invaginationsproblematik. Mehr unter:  http://www.arznei-telegramm.de/html/2015_05/1505049_01.html

 

 

Das komplette Fehlen von Teilen des Hirnstamms (Brainstem dissconection) ist in der Regel nicht mit dem Leben vereinbar.Poretti et al. berichten über zwei Fälle, ein Kind wurde primär von uns betreut, und geben einen Überblick über die aktuelle Literatur. Mehr lesen...

 

Brainstem Disconnection: Two Additional Patients and Expansion of the Phenotype
Andrea Poretti, Jonas Denecke, Douglas C. Miller. Holger Schiffmann. Jan Hendrik Buhk, Dorothy K. Grange, Dan Doherty, Eugen Boltshauser.

 

Brainstem disconnection (BD) is a rare posterior fossa abnormality defined by the nearly
complete absence of a brainstem segment with the rostral and caudal brainstem
portions connected only by a thin cord of tissue. The outcome is poor and the majority
of children die within the first 2 months of life without achieving developmental
milestones. We report on the cases of two children with BD and a prolonged
spontaneous survival. Neither patient required intubation or mechanical ventilation and each survived longer than 2 months (one child died at the age of 8 months, the
other is alive at the age of 4.5 years). In addition, patient 1 is the only child with BD
reported so far who achieved some developmental milestones. Although the long-term
neurodevelopmental outcome of BD remains unfavorable, the expansion of the
phenotypic spectrum may be important in terms of counseling.

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Tritt nach Tympanostomie und Paukenröhrchenanlage im Verlauf eine unkomplizierte Otorrhoe auf, ist der Einsatz lokaler Antibiotika effektiver und kostengünstiger als die orale Antibiose oder abwartendes Verhalten.

 

Cost-Effectiveness of Treatment of Acute Otorrhea in Children With Tympanostomy Tubes

Thijs M.A. van Dongen, MD, PhD, Anne G.M. Schilder, MD, PhDc, Roderick P. Venekamp, MD, PhDb, G. Ardine de Wit, PhD, Geert J.M.G. van der Heijden, PhD. eFirst:

In einer "Open Label Study" an 230 Kindern mit unkomplizierter Otorrhoe nach Tympanostomie konnten Van Dongen et al. zeigen, dass die lokale Behandlung einer bakteriellen Ohrinfektion mit Otorrhoe effektiver ist als die orale Therapie mit Amoxycillin-Clavulansäure oder abwartendes Verhalten. N Engl J Med. 2014;370(8):723–733. Zwei Wochen nach Therapiebeginn hatten 5% der lokal behandelten Kinder weiterhin eine Otorrhoe, 44% der Kinder mit oraler Antibiose und 55% der Gruppe ohne Intervention. Die Dauer der Otorrhoe betrug in der Gruppe der lokal behandelten Kinder im Median 4 Tage, bei oraler Gabe 5 Tage und 12 Tage bei abwartendem Verhalten. Relevante Nebenwirkungen der Therapie oder andere Komplikationen wie Perichondritis, Mastoiditis oder intracranielle Komplikationen wurden nicht registriert. In der vorliegenden Arbeit wurden nun ökonomische Aspekte der drei Vorgehensweisen beleuchtet. Es zeigte sich, dass die Lokaltherapie deutliche kostengünstiger ist als die anderen Vorgehensweisen. Nicht nur die direkten Therapiekosten sind geringer, sondern insbesondere auch indirekte Kosten, wie Verdienstausfall durch die Notwendigkeit der Kinderbetreuung zu Hause u.a..

Fazit: Die verwendete Tropfen (Hydrocortison-Bacitracin-Colistin) sind in Deutschland in dieser Kombinatione nicht erhältlich. Die Autoren verweisen auf vergleichbare Präparationen, die zu gleichen Ergebnissen führen werden.